meeting

Vielleicht geht es Dir oder Ihnen ja auch so: Man lernt neue Leute (zum Beispiel Kollegen oder Kunden) kennen…

In Deutschland ist man anfangs oft noch beim Sie, und das ist ja auch ganz normal.

Trotzdem kann man ab und zu ein komisches Gefühl dabei bekommen – besonders, wenn sich Einige um einen herum duzen. Manchmal (immer?) tangiert die Ansprache dann auch den selbst und/oder durch Andere wahrgenommenen Status in der Gruppe.

Man kennt sich, aber eben doch nicht so gut. Eventuell ist das Vertrauen in den Gesiezten nicht so hoch wie bei den Geduzten. Und wann ist der richtige Zeitpunkt, das Du anzubieten, wenn man auf der Hierarchieebene ungefähr gleichwertig, oder am Ende gar lächerlich niedrig und dazu noch viel jünger ist? Eigentlich geht das nur unter vier Augen, ansonsten wäre ja das Karriererisiko eines massiven Gesichtsverlusts bei einer Ablehnung (die dann konsequenterweise sofort zur Selbstentleibung und Löschung des LinkedIn-Profils führen müsste), untragbar hoch.

Bis heute habe ich für dieses (natürlich nur im deutschsprachigen Raum relevante) Problem keine perfekte Lösung.

Was in der Vergangenheit gut funktioniert hat: „Ich richte mich natürlich nach Ihnen, aber wir können auch gerne Du zueinander sagen“. Am besten, nachdem man vorher schon mal durch einen unfallfrei formulierten und nicht völlig inhaltslosen Satz positiv aufgefallen ist.

Übrigens beschäftigt diese völlig bescheuerte Frage Riesenkonzerne bis in die höchsten Vorstandsetagen. Schließlich wollen sich ja alle in Turnschuhen digitalisieren, mit Einhörnern aus dem Valley Tel Aviv Partnerschaften verkünden und nicht mehr als burschikos konservativ-reaktionäre Spießer identifiziert werden. Aber Moment mal – wie funktioniert denn die Leistungsbeurteilung mit einem Mitarbeiter, der einen plötzlich duzen darf? Geht doch gar nicht. Völlig unmöglich. OK, außer auf Englisch halt.

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